Historischer Rückblick von Dieter Klapschuweit

1552 wird im Gültbuch ein Grundstück „der Viertelsacker“ bei der Schießmauer genannt, den Ziegler bewirtschaftet und der Georg Schumacher gehört. Sein Nachfolger war Stoffel Schumacher, für den auch ein Morgen Acker bei der Schießmauer erwähnt wird.
Schon im 16.Jh. wird der städtische Schießplatz an der Ziegelhütte erwähnt.

1657 gab es bereits eine Schützenordnung, die im Stadtarchiv alias Hohenlohe-Archiv in Neuenstein liegt.

1726/27 wird in der Bürgermeisterrechnung am 13. Januar 1727 vom neuerbauten Schießhaus berichtet, wozu aus der Schützenkasse 6 Gulden 30 Fünf-Kreuzer an das Bürgermeisteramt zu leisten waren.

1797 wurde die Erlaubnis für das Scheibenschießen in Langenburg erteilt, was wiederum Akten im Neuensteiner Archiv belegen.

1806 ging es mit fürstlichem Privileg, einer Schützenordnung und einer Uniformempfehlung als „Schützen-Corps-Gesellschaft“ freiwillig zum sportlichen Vergleichsschießen zur Ziegelhütte.

1828 wurde von der Errichtung einer Bürgermiliz berichtet: „die nützliche Dienste mit einer eingeübten wohlorganisierten Gruppe habe für die Hilfe bei Feuersbrünsten und zum Schutz bei Jahrmärkten und Volksfesten und anderen Zusammenläufen“, daß dazu in Langenburg „derzeit keine Aussicht“ bestehe. Trotzdem gab es am 27. September 1828 eine Interessen- Unterschriftenliste mit 18 Personen.

1830 gab sich die Schützengesellschaft eine neue Schützenordnung und legte eine Kleiderordnung fest, wobei jedoch die Pflicht zur Uniformierung vorerst „ausgesetzt“ blieb.

1848 forderte der württembergische König zur Pflicht-Bildung einer Bürgerwehr auf.
Es gab eine Organisations- Kommission, der der Stadtschultheiß und 2 Stadträte, sowie 3 Mitglieder aus dem Bürgerausschuß und 3 weitere Bürger angehörten. Diese wurde parallel zur Schützencorps- Gesellschaft begonnen und zum Eintritt Freiwilliger geworben. Der Exerzierplatz war bei der Ziegelhütte, wofür am 18. Juli ausdrücklich eine Mitbenützungsgarantie für die Bürgerwehr auf dem Schießplatz festgelegt wurde.

1850 nannte sich das ganze dann Bürgerwache und 1851 Bürgerwehr. Zu dieser Zeit schlief die Schützenvereinigung. Es wurde zur Gründung einer Schützengilde eingeladen. Aber auch diese war „lau im Schützeneifer“.

1860, am 31. August gab es zum Geburtstag von Fürst Hermann zu Hohenlohe- Langenburg einen dritten Anlauf. Das Schützencorps rückte zum Geburtstagssalut aus und es wurde angeregt, sich neu zu rekrutieren. Die Senior- Fürstin Feodora (geborene von Leiningen) stiftete eine Vereinsfahne, die am 31. August 1861 geweiht wurde, welche aber fälschlicher weise die Angabe 31. August 1861 trägt.

Die tatsächliche Gründung war im Oktober 1860 und vom 25. Juli 1861 stammen die neuen Statuten.
Vorsitzender der alten und neuen Schützengilde war Apotheker Sucro, bis Baron von Roeder gewählt wurde. Das bewährte Gabenschießen, jeweils zum Geburtstag des Fürsten zelebriert, währte bis mindestens 1902 und jedes Jahr stiftete die Fürstengattin Leopoldine (geb. von Baden) eine neue Büchse als Preis.
Danach ging die Schützengesellschaft in einen Zimmerstutzen- Schützenclub über und vesandete.

1948 wird der Schießstand im Gemeindeprotokoll als Turnplatz genannt, auf dem ein Schuppen steht, der Eigentum des Turn- und Sportvereins ist und in dem jetzt Bruno Sperlich seine Pferde hält.
Für diesen Schuppen beantragte Bruno Sperlich durch Schreiben vom 31.12.1947, den Schuppen des Schießstandes mit Leichtbauplatten ausschlagen zu dürfen. Der Sportverein glaubt sich vor der Gemeinde verfügungsberechtigt, da die meisten fr. Mitglieder dem Turn- und Sportverein angehörten. Allerdings sei keine Liquidation (des Schützenvereins) nachgewiesen, stellt der Bürgermeister fest und beansprucht das Verfügungsrecht für die Stadt.

1981 erinnert man sich in Langenburg zum Marktplatzfest der Schützentradition und der Spielmanns- und Fanfarenzug bildete eine Unterabteilung zur Repräsentation beim Großen Zapfenstreich.
Die erste interne Satzung trägt das Datum 21. Oktober 1981. Hierzu wurde die Satzung des Spielmanns- und Fanfarenzuges geändert und am 30. November 1982 in das Vereinsregister eingetragen.
Schützenhauptmann wurde als Abteilungsleiter Günther Kraft und den Verwaltungskram übernahm Dieter Klapschuweit als Vizehauptmann. Die Ausschußsitzungen fanden meist im Rathaus statt. Man wollte nicht zu viel „öffentliche“ Ohren für die ersten Grundsatzbeschlüsse.

Die ersten Repräsentations- Vorderlader, italienische Repliken der Hawkins, stifteten in einer großzügigen Aktion die Langenburger Vereine, jeder eines, manche gar zwei, wie auch unser Freund Hermann Gerner.
Es wurde ein freiwilliger Förderbeitrag von den Mitgliedern der Abteilung mit 100 Mark pro Jahr festgesetzt. So wurde intensiv für die Beschaffung von Uniformen gespart, die mancher auch selbst berappte.

Wir besuchten beim Deutschen Waffenjournal in Schwäbisch Hall am 22. April 1981 einen Lehrgang zum Erwerb der Fachkunde für den Umgang mit Schwarzpulver zum Vorderladerschießen und nahmen gleich darauf am Internationalen Vorderladerschießen der Schützengilde Schwäbisch Hall teil.

Zuvor (1979) wurden die Vorderlader vom Historischen SchützenCorps Bad Mergentheim ausgeliehen, dann (1980) die komplette Wachmannschaft mitsamt den Vorderladern, da die Auflagen für die Pflege der Präsentationswaffen zu groß wurden.

Eine besondere Überraschung gab es am 23. Dezember 1981. Der Filialleiter der Volksbank Gerabronn, Hans Schwab, übergab aus einem Sonderfond 1.730 Mark für die Uniformbeschaffung. Ein Protyp der Paradeuniform war im Sommer 1981 beim Heimatfest vor dem Festzelt präsentiert worden, wo die Schützen vor lauter Freude mit dem Salut gleich die Stadtfahne durchlöcherten.

1982 hatten die Schützen mit dem Spielmannszug den ersten auswärtigen Auftritt zum Pfingstmarkt- Festumzug in Blaufelden. Der Präsentierübungsplatz war der Parkplatz am Wasserturm.

1983 rückte man der zweiten Ehrenscheibe zu Leibe.

1984 war dies die Keimzelle für die eigene Vereinsgründung der „alten“ neuen Schützen-Corps-Gesellschaft, der die Statuten von 1806 zu Grunde liegen und für die die Uniform von damals nachgeschneidert wurde. Auch die Fahne von 1860 ist erhalten und lagert im Rathaus (wurde bis dahin im Schloß verwahrt).
Die Schützensatzung / Schützenordnung wurde am 24. Juli 1984 in das Vereinregister beim Amtsgericht Langenburg eingetragen. Diese war in der Mitgliederversammlung am 24. Februar 1984 verabschiedet worden. Die erste Satzungsänderung beschloß man in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am 23. Oktober 1984 im Gasthof „Post“, um auch Mitglied im Württembergischen Sportbund und im Württembergischen Schützenverband, sowie unmittelbares Mitglied im Deutschen Schützenbund werden konnte.

Nach dem zweiten „Große Zapfenstreich“ wurde der Wunsch nach einem Schießstand laut. Die Schützencorpsgesellschaft fuhr zum Übungsschießen und Salutüben auf den Schießstand nach Jagstheim. Dort gab es sehr kameradschaftliche Begegnungen.

Für den Schießstand wurde der Platz neben dem fürstlichen Jäger- Schießstand gefunden. Die Schützencorpsgesellschaft erhielt die Erlaubnis, dort einen Schießstand zu betreiben, „so lange alles unter Dach und Fach“ gut in Schuß ist.

Zum ersten Spatenstich traf man sich mit S.D. Fürst Kraft zu Hohenlohe- Langenburg und vielen Freunden am 20. Juli 1984 auf dem künftigen Schießplatz- Areal nahe der Römerwiese.

Das Schützenhaus ist die Kantine der Firma Mohr aus Gerabronn. Wir trugen sie für ein Butterbrot in Gerabronn ab und lagerten die Teile in der Scheune in Ludwigsruhe. Dort begann man in Arbeiteinsätzen die Materialien zu sichten und zu entnageln. Dann wurden Baugesuche gefertigt und in Eigenregie „15 Mann hoch“ alles aus- und aufgebaut. Die Genehmigung kam Ende Juli, wie das Rundschreiben vom 3. August 1984 verkündet und zu zehn Arbeitseinsatztagen im September aufgerufen.
Die Firma Schaeff stellte uns Versuchsraupen und Schaufellader rund um die Uhr zur Verfügung.
Da die Stadt keine Bürgschaft für die Finanzierung der Restkosten gab, übernahm dieses Risiko das Bauunternehmen Steinbrenner in Wiesenbach mit Stundung der Rechnung, die über 10 Jahre hin abgestottert wurden.

1985 „wird zum Baujahr“ verkündete das Hohenloher Tagblatt mit T-Bereicht über die zweite ordentliche Schützenversammlung im Mai.
Man brauchte auch wieder Geld und so baute man einen Luftgewehr- Schießstand für das Marktplatzfest und war dort vom 6. und 7. Juli präsent. Ebenso übernahm man Bewirtungen der Stadthalle für Betriebsausflüge und Feste. Am 27. Oktober 1985, am 44. Geburtstag von Vizehauptmann Dieter Klapschuweit war Richtfest am Schützenhaus.

1986 begrüßte man die Bürgerschaft mit einem Salutschießen zum Neuen Jahr am 5. Januar vor dem Rathaus.
Mit Wirkung vom 1. Januar 1986 wurden wir als Mitglied in den Württembergischen Landessportbund aufgenommen. Der Zuschuß für den Schießsportstättenumbau wurde am 12. Juni 1986 bewilligt. Am 14. September 1986 wurde das zweite „Schießplatz- Schützenfest“ gefeiert.

2001 ist man wieder mit umfangreichen Umbaumaßnahmen beschäftigt. Z.B. wird eine ganz neue 25 Meteranlage installiert.

2003- 2006: Ein umfangreicher Umbaudes des gesamten Schützenheims steht an. Mit vielen, vielen Arbeitsstunden (meist durch die immer gleiche „Kernmannschaft“) wird der Gastraum komplett um und neu gebaut. Es entsteht eine neue Theke, ein neuer Ofen, die Schiessstände werden ausgebaut und gefliest,  ein Küchenanbau entsteht.
In der gleichen Zeit wird „das Schießen der Vereine“ ins Leben gerufen, bei dem die örtlichen langenburger Vereine Wettkämpfe im Schützencorps Langenburg austragen und der Kontakt zu den ansässigen Vereinen neu belebt wird.

2006: es stehen umfangreiche Veranstaltungen im „neuen“ Schützenhaus wegen des großen Jubiläums 200 Jahre Gründung und 25 Jahre Wiedergründung an.

2010: Der gesamte Schießstand wird neu eingezäunt.

2011: Umfangreiche Erneuerungen der Schießbahnen und vor allem der Kugelfänge des Langwaffe- und der Kurzwaffenstandes. Die Anlage entspricht somit den neuesten Richtlinien.